Leserpost
Wenn die Nachrichten bis ins Kinderzimmer reichen
Für eine Familie wurde das Abendessen vor kurzem zur Grundsatzdiskussion über Krieg und Frieden. Im Leserbrief macht sich Herr Fuchs darüber Gedanken was es bedeutet, wenn die Nachrichten bis ins Kinderzimmer reichen...
In der vergangenen Woche erlebten wir am Abendbrottisch einen Moment, der uns als Eltern tief bewegt hat.
Meine Kinder saßen mit Freunden zusammen, als im Gespräch das Wort Grieche fiel. Die Kinder verstanden jedoch Kriege. Was zunächst wie eine harmlose Verwechslung klang, wurde innerhalb weniger Sekunden zu einem sehr ernsten Gespräch.
Plötzlich sprachen die Kinder über Krieg. Darüber, was passieren würde, wenn so etwas auch bei uns geschieht. Besonders erschütternd war für uns Eltern zu hören, dass einige von ihnen nachts darüber nachdenken müssen und deshalb manchmal nicht schlafen können.
Dieses Gespräch entstand ganz von selbst, ohne eine einzige Frage von uns Erwachsenen. Die Kinder versuchten untereinander zu verstehen, was sie aus Nachrichten, Gesprächen von Erwachsenen oder aus Medien aufschnappen.
In einer Zeit, in der Nachrichten rund um die Uhr verfügbar sind und Konflikte mit eindringlichen Bildern über Bildschirme laufen, nehmen Kinder vieles davon wahr – auch dann, wenn wir glauben, sie würden gerade nicht zuhören oder hinschauen. Worte und Bilder von Krieg arbeiten in ihren Köpfen weiter.
Es geht nicht darum, die Realität auszublenden. Aber wir sollten uns bewusst machen, wie sensibel Kinder auf das reagieren, was sie hören und sehen. Vielleicht müssen wir gerade jetzt noch bewusster darauf achten, wie wir über solche Themen sprechen – in unserer Sprache, in unserer Rhetorik und im Umgang mit Medien.
Der Moment am Abendbrottisch hat mir eines deutlich gemacht: Während Erwachsene über Konflikte, Waffen und politische Entwicklungen diskutieren, versuchen Kinder still zu begreifen, was das für ihre eigene Zukunft bedeutet.
Unsere Kinder brauchen deshalb jetzt vor allem eines: Erwachsene, die zuhören, erklären und ihnen zeigen, dass ihre Welt nicht aus Schlagzeilen besteht.
Daniel Fuchs
In der vergangenen Woche erlebten wir am Abendbrottisch einen Moment, der uns als Eltern tief bewegt hat.
Meine Kinder saßen mit Freunden zusammen, als im Gespräch das Wort Grieche fiel. Die Kinder verstanden jedoch Kriege. Was zunächst wie eine harmlose Verwechslung klang, wurde innerhalb weniger Sekunden zu einem sehr ernsten Gespräch.
Plötzlich sprachen die Kinder über Krieg. Darüber, was passieren würde, wenn so etwas auch bei uns geschieht. Besonders erschütternd war für uns Eltern zu hören, dass einige von ihnen nachts darüber nachdenken müssen und deshalb manchmal nicht schlafen können.
Dieses Gespräch entstand ganz von selbst, ohne eine einzige Frage von uns Erwachsenen. Die Kinder versuchten untereinander zu verstehen, was sie aus Nachrichten, Gesprächen von Erwachsenen oder aus Medien aufschnappen.
In einer Zeit, in der Nachrichten rund um die Uhr verfügbar sind und Konflikte mit eindringlichen Bildern über Bildschirme laufen, nehmen Kinder vieles davon wahr – auch dann, wenn wir glauben, sie würden gerade nicht zuhören oder hinschauen. Worte und Bilder von Krieg arbeiten in ihren Köpfen weiter.
Es geht nicht darum, die Realität auszublenden. Aber wir sollten uns bewusst machen, wie sensibel Kinder auf das reagieren, was sie hören und sehen. Vielleicht müssen wir gerade jetzt noch bewusster darauf achten, wie wir über solche Themen sprechen – in unserer Sprache, in unserer Rhetorik und im Umgang mit Medien.
Der Moment am Abendbrottisch hat mir eines deutlich gemacht: Während Erwachsene über Konflikte, Waffen und politische Entwicklungen diskutieren, versuchen Kinder still zu begreifen, was das für ihre eigene Zukunft bedeutet.
Unsere Kinder brauchen deshalb jetzt vor allem eines: Erwachsene, die zuhören, erklären und ihnen zeigen, dass ihre Welt nicht aus Schlagzeilen besteht.
Daniel Fuchs