Bildung im Aufbruch

Regionaltagung zur Sprachlehre an der Hochschule

Am Donnerstag vergangener Woche fand am Sprachenzentrum der Hochschule Nordhausen die Regionaltagung für Sprachlehre an Thüringer Hochschulen statt...

Unter dem Titel „Bildung im Aufbruch: Sprachliche, kulturelle und technologische Vielfalt in der Lehre“ kamen Lehrende und Expertinnen und Experten aus verschiedenen Thüringer Hochschulen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen im universitären Sprachunterricht auszutauschen.

Die Tagung knüpfte an eine langjährige Tradition regionaler Treffen an, die der Vernetzung und dem fachlichen Austausch über hochschulspezifische Herausforderungen und Innovationen in der Sprachlehre dienen. Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen aus Erfurt, Jena, Ilmenau und Schmalkalden folgten der Einladung des Sprachenzentrums der Hochschule Nordhausen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Alexandra Aberle, Leiterin des Sprachenzentrums der Hochschule Nordhausen, die die Gäste begrüßte und sich über die große Resonanz aus den Thüringer Hochschulen freute. In ihrem Grußwort betonte Prof. Dr. Cordula Borbe, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Hochschule Nordhausen, die Bedeutung moderner Sprachbildung für internationale Hochschulen und eine zunehmend vielfältige Studierendenschaft.


Den Auftakt des fachlichen Programms bildete ein Vortrag von Prof. Alexander Dotsenko (HSN) zum Einfluss aktueller Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz auf die Hochschullehre. Dabei zeigte er auf, welche Potenziale digitale Technologien für individuelle Lernprozesse und den Wissenserwerb bieten und wie sich KI sinnvoll in moderne Lehr- und Lernkonzepte integrieren lässt.

Auch in den anschließenden Workshops spielte das Thema KI eine zentrale Rolle. Katrin Josephine Wagner und Christine Röll (HSN) diskutierten gemeinsam mit den Teilnehmenden über neue Lern- und Prüfungsformate im Zeitalter künstlicher Intelligenz und stellten insbesondere authentische, handlungsorientierte Prüfungsszenarien in den Mittelpunkt. Einen praxisnahen Einblick bot Tracy Biedermann (Universität Erfurt), die zeigte, wie sich mit Hilfe von ChatGPT Fallstudien für den Sprachunterricht entwickeln lassen. In Gruppenarbeiten entstanden dabei konkrete Unterrichtsszenarien, die das Potenzial von KI als Werkzeug für innovative Lehrgestaltung verdeutlichten.

Parallel dazu widmete sich ein Workshop von Andrew Pecchia (HSN) der Förderung von Sprachkompetenzen außerhalb klassischer Lehrveranstaltungen. Vorgestellt wurden unter anderem Book Clubs, englische Filmabende, Tandemprogramme und thematische Veranstaltungen für internationale Studierende. Diskutiert wurde zudem die Möglichkeit, solche Angebote künftig hochschulübergreifend – etwa in Form gemeinsamer Online-Events – zu organisieren.

Im Nachmittagsprogramm berichtete Dipl.-Ing. Bernd Aberle (Geotechnik Aberle) in seinem Vortrag „Why English Matters!“ aus der Praxis internationaler Ingenieurprojekte. Anhand persönlicher Erfahrungen aus weltweiten Bauprojekten zeigte er, welche Rolle Sprachkompetenz und interkulturelle Kommunikation im beruflichen Alltag spielen und welche Anforderungen sich daraus für die fachsprachliche Ausbildung von Studierenden ergeben. Ergänzend stellte Ulrich Schuknecht (Ernst-Abbe-Hochschule Jena) Aspekte des fachsprachlichen Schreibens im Wirtschaftsenglisch vor und griff ebenfalls den Einfluss von KI auf Schreibprozesse auf.

Ein weiterer Workshop beschäftigte sich mit aktuellen Herausforderungen in der Lehre von Deutsch als Fremdsprache. Angesichts steigender internationaler Studierendenzahlen diskutierten Lehrende über organisatorische und didaktische Fragen sowie über geeignete Unterstützungsstrukturen. Impulse lieferten Alexandra Aberle und Franziska Koppe (HSN), während Sandra Schönstedt vom Studien-Service-Zentrum Einblicke in administrative Prozesse und Besonderheiten im Umgang mit internationalen Studierenden gab.

Die Regionaltagung wurde von den Teilnehmenden als sehr erfolgreich bewertet. Besonders hervorgehoben wurden der intensive Erfahrungsaustausch, die praxisnahen Beiträge sowie die Möglichkeit zur weiteren Vernetzung der Thüringer Hochschulen im Bereich der Sprachlehre. Die Beteiligten waren sich einig, dass diese Tradition regionaler Treffen fortgeführt und künftig weiter ausgebaut werden sollte.