Regionalwettbewerb "Jugend Forscht" in Nordhausen
Von Mikroplastik bis Streuobstwiese
So viele junge Forscherinnen und Forscher wie nie zuvor haben sich in diesem Jahr in Nordhausen dem Wettbewerb Jugend forscht gestellt. 21 Gruppen präsentierten am Mittwoch im Audimax der Hochschule Nordhausen ihre Projekte beim Regionalwettbewerb Nordthüringen...
Maren Ludewig, Carla Höcker, Luise Knabe und Katharina Pfeil forschten zu Mikroplastik in Nordhäuser Gewässern. (Foto: Christoph Keil)
Im vergangenen Jahr waren es nur etwa halb so viele Forschergrupppen, freute sich Agnese Fazio, Leiterin des Schülerforschungszentrums Nordhausen, am Mittwoch über die hohe Beteiligung in diesem Jahr. Teilgenommen haben Schülerinnen und Schüler aus allen vier nordthüringischen Landkreisen. Sie traten in zwei Altersklassen an: Die Jüngeren sind von 10 bis 14 Jahre alt, die Älteren zwischen 15 und 21 Jahren. Geforscht wurde in verschiedenen naturwissenschaftlichen Disziplinen, besonders stark vertreten waren die Fächer Biologie und Chemie.
Mikroplastik in Nordhäuser Gewässern
Viele der Projekte entstanden aus Seminarfacharbeiten. Eindrucksvoll war die Siegerarbeit im Fach Biologie in der älteren Altersklasse. Vier Schülerinnen des Humboldt-Gymnasiums Nordhausen untersuchten die Belastung heimischer Gewässer mit Mikroplastik. Maren Ludewig und Carla Höcker nahmen im April vergangenen Jahres Proben an der Salzaquelle, in der Salza sowie im Sundhäuser See. Das Ergebnis überraschte selbst die jungen Forscherinnen. Erschreckt hat uns, wie viel Mikroplastik im Sundhäuser See ist, sagen die Zwölftklässlerinnen. Über mögliche Ursachen können sie nur Vermutungen anstellen. Kosmetikprodukte, Badekleidung oder auch das Hochwasser Ende 2023 könnten eine Rolle spielen. Ihre Freundinnen Luise Knabe und Katharina Pfeil beschäftigten sich ergänzend mit der Frage, wie sich Mikroplastik aus Wasser filtern lässt.
Erneuter Erfolg für Annabell Nonnenmacher
Erfolgreich war erneut Annabell Nonnenmacher aus Lengefeld unterm Stein im Eichsfeld. Die Neuntklässlerin hatte bereits im vergangenen Jahr den Landeswettbewerb mit ihrer Forschung zu einem nachhaltigen Weichmacher gewonnen. Nun überzeugte die 15-Jährige ein weiteres Mal. Sie untersuchte, wie Mikroalgen die Raumluft verbessern können, und wurde damit Siegerin im Fach Chemie. Ihre Begeisterung fürs Forschen hat inzwischen auch ihren jüngeren Bruder Farell erfasst. Er gewann einen Sonderpreis in der jüngeren Altersgruppe mit einem Projekt zu Graphit als elektrischer Leitung, ganz ohne herkömmliche Kabel.
Einsatz für die Streuobstwiese am Gumpetal
Den Sonderpreis des Thüringer Bildungsministeriums erhielt ein Projekt zur Biodiversität der letzten Streuobstwiese Nordhausens am Gumpetal. Über fast ein Jahr hinweg sammelten Lara Oberbüchler, Annalena Sonntag, Lukas Alexander Kotzian und Richard Große Daten zu Tieren und Pflanzenarten. Wir haben im Rahmen unserer Forschungen sehr viele interessante Menschen kennengelernt. Und wir haben jetzt Wissen, das uns keiner mehr nehmen kann, sagt Lara Oberbüchler. Die vier Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums verstehen sich inzwischen als Botschafter der Streuobstwiesen.
Alltagsfragen wissenschaftlich untersucht
Alltagsnah forschte Lauria Marie Feuse, ebenfalls Neuntklässlerin am Humboldt-Gymnasium. Sie untersuchte, wie sich unterschiedliche Waschtemperaturen und Textilien auf die Bakterienbelastung von Kleidung auswirken. Ihr Ergebnis ist eindeutig. Bei 30 Grad vermehren sich Bakterien deutlich, besonders auf Kleidung aus Polyester. Erst ab mindestens 40 Grad werden sie zuverlässig reduziert.
Auch Tilda Müller und Liam Luca Weidensee, Siebtklässler des Schiller-Gymnasiums in Bleicherode, widmeten sich dem Thema Mikroplastik. Sie untersuchten, wie Kunststoffpartikel im Boden das Pflanzenwachstum beeinflussen, und konnten negative Effekte nachweisen. Auch die beiden konnten die Jury, bestehend aus Lehren und Hochschulpersonal, überzeugen.
Der Regionalwettbewerb macht deutlich, mit welchem Engagement und welcher fachlichen Tiefe sich junge Menschen in Nordthüringen naturwissenschaftlichen Fragen widmen, sagt Heike Ludewig, Wettbewerbsleiterin in Nordthüringen. Sie freute sich über den Teilnehmerrekord. Für sieben Nachwuchsforscher-Gruppen geht es jetzt am 1. April zum Landeswettbewerb nach Jena.
Die Regionalsieger im Überblick:
Susanne Schedwill
Maren Ludewig, Carla Höcker, Luise Knabe und Katharina Pfeil forschten zu Mikroplastik in Nordhäuser Gewässern. (Foto: Christoph Keil)
Mikroplastik in Nordhäuser Gewässern
Viele der Projekte entstanden aus Seminarfacharbeiten. Eindrucksvoll war die Siegerarbeit im Fach Biologie in der älteren Altersklasse. Vier Schülerinnen des Humboldt-Gymnasiums Nordhausen untersuchten die Belastung heimischer Gewässer mit Mikroplastik. Maren Ludewig und Carla Höcker nahmen im April vergangenen Jahres Proben an der Salzaquelle, in der Salza sowie im Sundhäuser See. Das Ergebnis überraschte selbst die jungen Forscherinnen. Erschreckt hat uns, wie viel Mikroplastik im Sundhäuser See ist, sagen die Zwölftklässlerinnen. Über mögliche Ursachen können sie nur Vermutungen anstellen. Kosmetikprodukte, Badekleidung oder auch das Hochwasser Ende 2023 könnten eine Rolle spielen. Ihre Freundinnen Luise Knabe und Katharina Pfeil beschäftigten sich ergänzend mit der Frage, wie sich Mikroplastik aus Wasser filtern lässt.
Erneuter Erfolg für Annabell Nonnenmacher
Erfolgreich war erneut Annabell Nonnenmacher aus Lengefeld unterm Stein im Eichsfeld. Die Neuntklässlerin hatte bereits im vergangenen Jahr den Landeswettbewerb mit ihrer Forschung zu einem nachhaltigen Weichmacher gewonnen. Nun überzeugte die 15-Jährige ein weiteres Mal. Sie untersuchte, wie Mikroalgen die Raumluft verbessern können, und wurde damit Siegerin im Fach Chemie. Ihre Begeisterung fürs Forschen hat inzwischen auch ihren jüngeren Bruder Farell erfasst. Er gewann einen Sonderpreis in der jüngeren Altersgruppe mit einem Projekt zu Graphit als elektrischer Leitung, ganz ohne herkömmliche Kabel.
Einsatz für die Streuobstwiese am Gumpetal
Den Sonderpreis des Thüringer Bildungsministeriums erhielt ein Projekt zur Biodiversität der letzten Streuobstwiese Nordhausens am Gumpetal. Über fast ein Jahr hinweg sammelten Lara Oberbüchler, Annalena Sonntag, Lukas Alexander Kotzian und Richard Große Daten zu Tieren und Pflanzenarten. Wir haben im Rahmen unserer Forschungen sehr viele interessante Menschen kennengelernt. Und wir haben jetzt Wissen, das uns keiner mehr nehmen kann, sagt Lara Oberbüchler. Die vier Schülerinnen und Schüler des Humboldt-Gymnasiums verstehen sich inzwischen als Botschafter der Streuobstwiesen.
Alltagsfragen wissenschaftlich untersucht
Alltagsnah forschte Lauria Marie Feuse, ebenfalls Neuntklässlerin am Humboldt-Gymnasium. Sie untersuchte, wie sich unterschiedliche Waschtemperaturen und Textilien auf die Bakterienbelastung von Kleidung auswirken. Ihr Ergebnis ist eindeutig. Bei 30 Grad vermehren sich Bakterien deutlich, besonders auf Kleidung aus Polyester. Erst ab mindestens 40 Grad werden sie zuverlässig reduziert.
Auch Tilda Müller und Liam Luca Weidensee, Siebtklässler des Schiller-Gymnasiums in Bleicherode, widmeten sich dem Thema Mikroplastik. Sie untersuchten, wie Kunststoffpartikel im Boden das Pflanzenwachstum beeinflussen, und konnten negative Effekte nachweisen. Auch die beiden konnten die Jury, bestehend aus Lehren und Hochschulpersonal, überzeugen.
Der Regionalwettbewerb macht deutlich, mit welchem Engagement und welcher fachlichen Tiefe sich junge Menschen in Nordthüringen naturwissenschaftlichen Fragen widmen, sagt Heike Ludewig, Wettbewerbsleiterin in Nordthüringen. Sie freute sich über den Teilnehmerrekord. Für sieben Nachwuchsforscher-Gruppen geht es jetzt am 1. April zum Landeswettbewerb nach Jena.
Die Regionalsieger im Überblick:
- 1. Zwischen Schulstress und Selbstfindung, Teilnehmer: Jolien Kindervater, Lilly Gerlach, Anna Heidelberg, Fachgebiet: Arbeitswelt
- 2. Eine Analyse der Mikroplastikbelastung verschiedener Nordhäuser Gewässer, Teilnehmer: Maren Ludewig, Carla Höpker, Fachgebiet: Biologie
- 3. Mikroplastik im Erdboden – Wie beeinflusst es das Wachstum von Pflanzen, Teilnehmer: Tilda Müller, Liam Luca Weidensee, Fachgebiet: Biologie
- 4. Backtriebmittel – nur heiße Luft?, Teilnehmer: Martha Ludewig, Fachgebiet: Chemie
- 5. Grüne Lungen im Miniformat: Algen-Power gegen CO2, Teilnehmer: Annabell Nonnenmacher, Fachgebiet: Chemie
- 6. High-Tech aus der Federmappe: Graphit statt Kabel, Teilnehmer: Farell Nonnenmacher, Fachgebiet: Physik
- 7. BikeSafe: LED-Feedback und Sensorik für sichere Überholabstände, Teilnehmer: Nigel Linus Bickel, Tim Kirchner, Fachgebiet: Technik
Susanne Schedwill













































