Der Nordhäuser Cube-Store hat dem Lockdown getrotzt

Aus der Krise in den Erfolg

Freitag
19.03.2021, 18:30 Uhr
Autor:
osch
veröffentlicht unter:
In unserer Betrachtung zu Menschen in der Corona-Krise stellen wir Ihnen heute einen der drei Geschäftsführer des Cube-Stores vor, eines neuen Fahrradgeschäftes in Nordhausen, das kurz vorm ersten Lockdown eröffnete. Wie ist es ihm ergangen in den letzten zwölf Monaten?

Haben gut lachen: Die Thüringer Cube-Store Chefs René Hartmann, Daniel Resch und Oliver Zintl (v.l)  (Foto: Cube-Store) Haben gut lachen: Die Thüringer Cube-Store Chefs René Hartmann, Daniel Resch und Oliver Zintl (v.l) (Foto: Cube-Store)


Ganze zwei Wochen war die Eröffnung des funkelnagelneuen Cube-Stores her, eines Fahrradcenters neuer Form und größeren Ausmaßes, da musste der Laden im ersten Lockdown des Jahrs 2020 schon wieder schließen. „Da guckt man sich blöd an“, beschreibt Oliver Zintl, einer der drei Geschäftsführer des Unternehmens, die damalige Gefühlslage.

Doch das engagierte Team hielt sich nicht lange mit Trübsalblasen auf, sondern eruierte, wie es weiter gehen könnte. „Wir haben viel mit anderen Gewerbetreibenden gesprochen, haben uns mit dem Gesundheitsamt, verschiedenen Ministerien und der Stadt Nordhausen abgestimmt und ein Hygiene-Konzept entwickelt.“ Nur 14 Tage später war die Werkstatt wieder geöffnet und der Verkauf von Rädern via Internet lief an. Erfahrungsgemäß gibt es im Frühjahr die größte Nachfrage nach neuen Zweirädern und so war es auch im Corona-Frühling 2020. „Da hatten wir Glück, dass Werkstätten als systemrelevant eingeschätzt wurden und der Online-Handel so gut funktionierte.“

Spannende Episode am Rande war im letzten Frühjahr auch der Beschuss des Geschäfts durch einen unbekannten Täter, der bis heute nicht gefasst werden konnte. Die Cube-Familie hat sich auch in Nordhausen gut etabliert. Zintl ist „sehr dankbar, dass dieses schwierige Geschäftsjahr so gut gelaufen ist. Der Ansturm war so groß, dass schon im Sommer die meisten unserer georderten Modelle verkauft waren und wir an unser Limit kamen.“

Bei Cube gibt es eine Jahresbestellung der Filialen, die im Vorjahr getätigt werden muss, damit alle Teile rechtzeitig eintreffen, um die gewünschten Räder vorrätig zu haben. Diese Zeitspannen der Beschaffung und Belieferung werden sich durch die weltweite Corona-Krise noch erweitern, befürchtet Oliver Zintl, denn viele wichtige Bauelemente kommen aus Übersee oder Asien. Im vergangenen Jahr haben die Nordhäuser Kollegen so gut wie alles verkauft, was am Lager war.

Aktuell ist das Unternehmen weiter auf Expansionskurs und wird in Kürze neben Gera und Hermsdorf auch in Weimar und bei Zwickau neue Filialen eröffnen. Von der Entscheidung nach Nordhausen zu kommen ist der Geschäftsmann immer noch begeistert. „Wir sind hier in eine tolle Stadt mit phantastischen Menschen gekommen“, freut er sich. „Alle mit denen wir zu tun haben sind freundlich und hilfsbereit.“ Zintl will die Position hier noch ausbauen und mit neuen Projekten weitere Partner hinzugewinnen. Zum ersten Firmengeburtstag wollen die Fahrrad-Dealer der Region etwas zurückgeben und bereiten „eine größere Überraschung für Kinder vor, die es anstatt einer Feierlichkeit zum Eröffnungsjubiläum in Kürze geben wird“, verrät Oliver Zintl.

Für die Zukunft ist ihm nicht bange in Nordhausen. „Auch wenn sich die Zulieferprobleme vergrößern sollten, die Transportkosten verteuern, einige andere zusätzlich Dinge sich schwieriger gestalten könnten, wird Cube nicht an der Preisschraube drehen und die meisten Mehrkosten abfedern, ohne die Kunden unnötig zu belasten.“ Der Chef der Nordhäuser Filiale versichert schon jetzt, dass er mit seinem eingespielten und professionellen Team die Wünsche der Nordhäuser Fahrradfans umfassend befriedigen will. Für den Ausbau der Geschäftsaktivitäten suchen die Cube-Leute derzeit auch wieder begeisterungsfähige Mitarbeiter.

Und so haben wir für unsere kleine Serie über die Auswirkungen der Corona-Krise also ein Unternehmen gefunden, das den Widrigkeiten trotzte und aus der gegebenen Situation bisher das Beste gemacht hat. Hoffentlich bleibt das auch in Zukunft so.
Olaf Schulze