Nachtrag

Mitgefühl für die Opfer

Montag, 17. Juli 2017, 11:43 Uhr
Die Erinnerungen des Nordhäusers Manfred Neuber haben in der nnz ein breites Leserecho ausgelöst. Dazu gibt es vom Autor nun einen persönlichen Nachtrag...


Selbstverständlich rekrutierte sich die Rote Armee nicht nur aus Russen, sondern auch aus Soldaten anderer Völker der Sowjetunion. So wie man von „den Engländern“ spricht und Großbritannien meint, so stehen in meinem Bericht „die Russen“ für die ganze UdSSR.

Völlig fehl geht die mir unterstellte Russophobie; das Gegenteil trifft eher zu. Denn ich empfand großes Mitgefühl für die Opfer des Überfalls auf die Sowjetunion durch die deutsche Wehrmacht: Am Ehrenmal in Wolgograd zur Erinnerung an die Schlacht um Stalingrad und an Gedenkstätten in St. Petersburg zum Gedächtnis an die Belagerung Leningrads.

Tatsächlich findet der Vorwurf gegen „böse Russen“ seine Berechtigung - wie bei Kriegsende 1945 in Deutschland als auch in jüngster Zeit mit der Annexion der Krim und der Bedrohung der Ukraine. Nicht von ungefähr suchen Polen und die baltischen Staaten militärische Rückendeckung durch die Nato. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung unter Stalins Terror kamen Millionen ums Leben konnten die Ukrainer endlich ihr Recht auf Selbstbestimmung verwirklichen.

Nordhäuser Erinnerungen von 1945 als Teil einer „Anti-Rußland-Kampagne der regierungstreuen Presse“ zu bezeichnen, ist absurd.
Manfred Neuber

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