Sonderausstellungen der städtischen Museen 2022

Vielfältig und interessant

Freitag
14.01.2022, 16:06 Uhr
Autor:
red
veröffentlicht unter:
Die Stadt Nordhausen verfügt über eine vielfältige Museumslandschaft. Heute wurde der Jahresplan für Sonderausstellungen 2022 der städtischen Museen, darunter Museum Tabakspeicher, Museum Flohburg und Kunsthaus Meyenburg, vorgestellt. Erstmals mit neuer Kulturbürgermeisterin...

Bürgermeisterin Alexandra Rieger (links) und Susanne Hinsching stellen die Museumsplanung 2022 vor. (Foto: ©Stadtverwaltung Nordhausen) Bürgermeisterin Alexandra Rieger (links) und Susanne Hinsching stellen die Museumsplanung 2022 vor. (Foto: ©Stadtverwaltung Nordhausen)

„Für das Jahr 2022 bieten die Museen der Stadt Nordhausen ein breites Angebot an Ausstellungen und Veranstaltungen um die Bürgerinnen und Bürger in die Museen zu locken“, so Alexandra Rieger Bürgermeisterin und zuständige Amtsleiterin für Kultur. Susanne Hinsching, Leiterin der Städtischen Museen Nordhausen, ergänzt, „Mein Leitspruch ist ein Zitat von Picasso: „Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele.“ Unter diesem Gesichtspunkt war letztes Jahr sehr staubig. Ich hoffe nun, dass wir 2022 wieder mehr Kunst, Kultur und Geschichte den Menschen präsentieren können und unser Leben wieder staubfreier wird. Deshalb haben wir ein abwechslungsreiches Ausstellungsprogramm zusammengestellt“.

Susanne Hinsching blickte auch auf das vergangene Ausstellungsjahr mit vielen interessanten Ausstellungen und Veranstaltungen zurück. Durch die angeordneten Einschränkungen im Zuge der Coronaschutzmaßnahmen, darunter zeitweise Schließung der Häuser, Maskenpflicht, Kontaktnachverfolgung, keine Gruppenführungen, keine Schulklassen, begrenzte Zugangszahlen, 2 G, etc. führten zu weniger Besucherinnen und Besuchern im Vergleich zur Zeit „vor Corona“. In 2021 fanden 5.499 Menschen den Weg in die Museen der Stadt (2020: 5.391; 2019: 22.757).

Mit der Sanierung des Turmes des Kunsthaus Meyenburg, die Arbeiten konnten Ende 2021 fast abgeschlossen werden, hat die Stadt Nordhausen trotzdem in das Kunsthaus investiert. Ziel ist es, den Turm für Besucherinnen und Besucher zugänglich zu machen und dadurch, neben dem musealen Angebot, eine weitere touristische Erschließung zu ermöglichen.

Sonderausstellungen der städtischen Museen 2022
Kunsthaus Meyenburg
bis 6. März verlängert
„Heimat und Tapeten Fotoarbeiten von Olaf Martens“

19. März bis 15. Mai
„Das Schweigen des Schnabeltiers | Bernd Zeißler und Jost Heyder“
Malerei und Grafik der Gegenwart von zwei gebürtigen Thüringer Künstlern

22. Mai bis 3. Juli
„12. Nordhäuser Grafikpreis der Ilsetraut Glock-Grabe Stiftung“
Sonderausstellung der Werke der 15 nominierten Künstlerinnen und Künstler 9. Juli bis 11. September
„Kinder, Kinder! | Kinderbildnisse in der Kunst“
Mit Werken von Abrecht Dürer, Max Klinger, Adolph Menzel, Ludwig Richter, Otto Dix, Peter Nagel, Heinz Balthes u.v.a.

Die Ausstellung zeigt die Entwicklung in der Darstellungsweise von Kinderbildnissen vom späten Mittalalter bis in die Gegenwart anhand von verschiedenen Themen und Motiven, z.B. Einzelbildnisse, Religion und Mythologie, Erziehung sowie szenische Darstellungen.

17. September bis 30. Dezember
„Kunst macht blau | Auf der Suche nach der Farbe Blau“
Mit Werken von Marc Chagall, Corneille, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Roy Lichtenstein, Victor Vasarély, Henri Matisse, Joan Miro, Pablo Picasso u.v.a.
Keine andere Farbe hat für die Kunst eine so prägende Bedeutung wie Blau. Denken wir dabei nur an Picasso`s „Blaue Periode“ oder an Franz Marc und Kandinsky „Die Blauen Reiter“. Die Farbe Blau verbinden wir automatisch mit dem Himmel oder dem Meer. Blau kann in einem Bild beruhigend wirken oder als starken Akzent gesetzt, aufregend und spannend. Hierzu zeigen wir im Kunsthaus Meyenburg 100 Werke vom Impressionismus bis zur Avantgarde.

Flohburg | Das Nordhausen Museum
27. Februar bis 17. April
„Drehort Thüringen. DEFA-Produktionen 1946 1992“
Sonderausstellung zum 75. Gründungsjubiläum der DEFA.
Die von der Kulturstiftung entwickelte Ausstellung hat Thüringenbezug und stellt exemplarisch in ganz Thüringen gedrehte Spielfilme und einige Schauspieler und Regisseure mit Thüringer Wurzeln vor. Ergänzend werden originale Kinoplakate gezeigt.

30. April bis 14. August
„11 Jahrhunderte, 22 Objekte Kurze Schlaglichter auf die lange Geschichte einer Stadt“
Die Ausstellung präsentiert auf ungewöhnliche Weise 22 Objekte aus den Sammlungen der städtischen Museen und des Stadtarchivs. Alle Objekte erzählen einzigartige Geschichten und vermitteln spannende Einblicke in vergangene Lebenswelten. Die Zahl 22 steht symbolisch für das aktuelle Jahr. Sie verweist darauf, dass gesellschaftliche Zugänge zur Geschichte immer von Eigenarten der Gegenwart abhängig sind.
Besonders die Wechselwirkungen zwischen modernen Ideologien und der Erinnerung im öffentlichen Raum spielen eine wesentliche Rolle. Ebenso werden aber auch verschiedene Bereiche des allgemeinen gesellschaftlichen Lebens im historischen Nordhausen wie etwa Kultur oder Religion beleuchtet. Die gesamte Präsentation ist epochenübergreifend ausgerichtet. Traditionell bekannte und beliebte Episoden der Historie Nordhausens wie die Zeit der Stadtgründer Heinrich und Mathilde, die Reformation oder die 1920er - Jahre stehen gleichberechtigt neben heute weitgehend vergessenen Teilen der Stadtgeschichte wie der Herrschaft Kaiser Heinrichs VI. (1191 1197), der großen Blütezeit der spätmittelalterlichen Reichsstadt Nordhausen (14. Jahrhundert) oder der Übergangsphase zwischen konfessionellem Zeitalter und Moderne (17. und 18. Jahrhundert).

4. September bis 20. November
„500 Jahre Septembertestament. Die Bibel, Luther und die deutsche Sprache“
Die Ausstellung präsentiert bibliophile Highlights und Kostbarkeiten des Bibeldrucks seit dem 16. Jahrhundert, beispielsweise aus der Himmelgartenbibliothek sowie von privaten Leihgebern und zeigt gleichzeitig wie der Buchdruck und Lutters Bibelübersetzung die deutsche Sprache verändert haben. Diese sprachliche Entwicklung wird bis in die Gegenwart - einfache oder gendergerechte Sprache - betrachtet. Die Ausstellung ist eine Kooperation des stadthistorischen Museum Flohburg mit der Stadtbibliothek „Rudolf Hagelstange“.

27. November bis Ende Januar 2023
„100 Jahre Thüringer Landtag“
Die Ausstellung zeigt sowohl die Biografien und Gesichter des ersten Thüringer Landtags von 1920 als auch die Geschichten hinter den Gesetzen und Parlamentsakten. Die Ausstellung stellt die 56 Männer und Frauen des ersten Thüringer Landtags vor, die damals beispielweise die Landesverfassung und das Landeswappen verabschiedeten, die Grundlage für die Selbstverwaltung des Landes legten und den modernen Parlamentarismus in Thüringen begründeten.

14. Mai bis 18. September
Bleib sauber! Die Geschichte der Körperpflege
Von den alten Ägyptern bis zu uns modernen Menschen - jede Zeit hatte nicht nur ihre eigene Kultur, auch die Körperpflege änderte sich.

Geschildert wird die spannende Historie der menschlichen Reinlichkeit aller Kulturepochen. Reich bebildert, beleuchtet die Schau zudem die Badekultur seit der Antike. Neuzeitliche und hilfreiche Beauty- und Gesundheitstipps aus unserer Heimat legt uns ein Leibarzt ans Herz. Einen Blick unter die Gürtellinie ermöglichen die intimen Styles der Körperbehaarung früher und heute.

Kosmetik und Sauberkeit spielten in unserer Vorzeit mal eine wichtige und mal eine untergeordnete Rolle. Jedes Volk hatte seine ganz eigene Art der Körperkultur.
Tauchen Sie ein in die Welt des Wohlbefindens, der Gesunderhaltung und der Attraktivität.

1. Oktober bis Januar 2023
Jugendstil-Porzellan aus Burgau - Von Künstlerentwürfen bis Zierporzellanen
Eine Spezialsammlung sind heute die Porzellane der von Ferdinand Selle (1862 1915) gegründeten Manufaktur, die von 1901 bis 1929 in Thüringen existierte. Sie produzierte vorwiegend Gebrauchsgeschirre, aber auch Mokka-Sammeltassen und Zierporzellane.
In diesen drei Jahrzehnten wurden 15 verschiedene Serviceformen, z.T. mit über 50 Dekoren versehen, hergestellt. Davon sind zehn von Selle selbst, aber auch von berühmten Künstlern wie Henry van de Velde, Albin Müller und Erich Kuithan entwickelt worden. Sie sind Musterbeispiele der ästhetischen Reformbestrebungen in Europa und veranschaulichen den Wechsel der Form vom Jugendstil der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 zum Neo- Biedermeier der Werkbund-Ausstellung in Köln 1914. Neu entwickelte Services zwischen 1918 und 1928 veranschaulichen die allgemeine Entwicklung der Porzellangestaltung von neubarocken Stilformen um 1920 zu konstruktivistischer „Sachlichkeit“.